TP05: Die Kosten des Verlusts der Nacht
Eine ökonomische Analyse der Folgen nächtlicher Beleuchtung
Das Teilprojekt 05 wird am Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR) der Technische Universität Berlin sowie am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) durchgeführt und untersucht die Kosten des Verlusts der Nacht. Zu den Ineffizienzen und negativen Wirkungen übermäßiger nächtlicher Beleuchtung bzw. des Verlusts der Nacht gibt es eine Vielzahl von verstreuten Einzelstudien und Analysen von Einzelaspekten, insbesondere zu den für die Produktion von künstlicher Beleuchtung aufgebrachten Ressourcen und deren Verschwendung durch ineffiziente Systeme sowie zu verschiedenen Umweltwirkungen des nächtlichen künstlichen Lichts, z.B. auf Fische, Insekten, Vögel, den Schlaf von Menschen und die Folgewirkungen auf die Gesundheit. Ein Ansatz einer systematischen und kumulativen Erfassung der ökonomischen Wirkungen der künstlichen Beleuchtung im weiteren Sinne fehlt jedoch bisher.
Die negativen Folgen des künstlichen nächtlichen Lichtes müssen grundsätzlich aber auch den positiven Effekten von Licht (Erhöhung der Freiheitsgrade menschlicher Aktivität, insbesondere die Ermöglichung ökonomischer Aktivität in der Nacht, Image, Marketing, Sicherheit u.a.) gegenübergestellt werden. Sowohl die Kosten als auch die Nutzen des zunehmenden künstlichen Lichtes in der Nacht werden neben einer ausführlichen Literaturrecherche durch Expertengespräche und -workshops erhoben und nach Möglichkeit quantifiziert. Eine Zusammenarbeit findet aufgrund des breiten Themenspektrums mit allen anderen Teilprojekten statt.
Das ISR der TU Berlin als federführendes Institut in diesem Teilprojekt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Veränderung gesellschaftlicher Zeitstrukturen und den Folgen für Wirtschaft, Gesellschaft und Stadt. Bei diesen Veränderungen spielt die Ausdehnung wirtschaftlicher Aktivitäten in die Nacht in Richtung auf eine rund‐um‐die‐Uhr aktive Gesellschaft eine zentrale Rolle, deren wesentliche Voraussetzung die Verfügbarkeit künstlicher Beleuchtung ist.
Bearbeiterin ist Merle Pottharst
Vertretung bis Frühjahr 2012: Anja Besecke, Florian Wukovitsch und Robert Hänsch
Leiter des Teilprojekts ist Prof. Dr. Dietrich Henckel





