Top-Themen

ALAN 2014

Artificial Light at Night (ALAN) Conference Second Annual Conference, 02 - 04/09/2014, Leicester, UK

Rückblick auf die ALAN Konferenz 2013

Einer der Plenarsprecherinnen, Dr. Karolina M. Zielinska–Dabkowska, veröffentlicht Ihre Eindrücke zu den Events während der ALAN Konferenz. Artikel auf Englisch.

Neue Publikation bei Verlust der Nacht

Lichtverschmutzung behindert Waldverjüngung in den Tropen - frucht fressende Fledermaus meidet Futteraufnahme in beleuchtete Habitaten!

IDA Dark Sky Defender Award 2013

Verlust der Nacht hat für die ALAN 2013 Konferenz die Auszeichnung von der Internationalen Dark-Sky Association erhalten!

Loss of the Night Network (LONNE)

Verlust der Nacht ist auch auf Europäischer Ebene vernetzt

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Kulturgeschichte


Licht löst überwiegend positive Assoziationen aus. Als Sinnbild für Fortschritt, Wohlstand und eine aufregende, glitzernde Großstadtkultur wurde das elektrische Licht so seit seiner Etablierung in den 1880er Jahren geradezu zum Symbol der (urbanen) Moderne. Die Revolution der Beleuchtungssysteme führte zu einem tiefgreifenden Wandel der Arbeits- und Lebensweisen, etwa durch die Möglichkeit zur Nachtarbeit oder zur besseren Kontrolle des nächtlichen Straßenlebens. Städte wie die „Elektropolis" Berlin waren nicht nur faktisch Orte umfassender künstlicher Beleuchtung, sie wurden als solche auch bewusst in Szene gesetzt, um ihre urbane Modernität zu betonen (siehe etwa Werbewoche „Berlin im Licht" 1928). Das künstliche Licht trug durch seine Verwendung als Inszenierungsmittel und Machtinstrument nicht nur maßgeblich zur Veränderung des offenen – und damit öffentlichen – Raums bei, es bewirkte auch eine Neu- und Umwertung urbaner und ländlicher Nachtlandschaften. Die Konnotation von Dunkelheit mit (ländlicher) Rückständigkeit, Armut, Gefahr und Verbrechen verstärkte sich dabei, je mehr die hell erleuchtete städtische Nacht zum Normalfall wurde.

Diese negative Beurteilung von Nacht und Dunkelheit war – und ist – allerdings ebenso wenig universal wie die uneingeschränkte Befürwortung von elektrischem Licht und Moderne. So wurden von Beginn an auch die negativen Effekte der künstlichen Beleuchtung auf Mensch und Tier, Stadtbild und Landschaft oder den Energieverbrauch moniert und eine Reduzierung der „Lichtverschmutzung" angemahnt. Beispielsweise kritisierten Natur- und Heimatschützer die nächtliche Illumination von Gebäuden und technischen Gerätschaften (v.a. Flutlichtanlagen und Leuchtreklamen). Diese Gegner elektrischer Beleuchtungssysteme wurden in der kultur- und umwelthistorischen Forschung bislang allenfalls am Rande bzw. als Vertreter einer antimodernen Zivilisationskritik behandelt. Im Vordergrund der meisten Arbeiten zum künstlichen Licht stand dessen Bedeutung als Symbol der städtischen Moderne. Für eine differenzierte Geschichte künstlicher Beleuchtungssysteme müssen die Entstehung, Entwicklung und Veränderungen der technischen Infrastruktur, ihrer Funktionen und Symbolwerte jedoch ebenso berücksichtigt werden wie die Interessen und Institutionen, die mit ihnen in unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Kontexten verbunden waren.